Gemeinschaft kämpft gegen Vereinsamung

Die Mikro-Anlage knarzte und knackte zu Beginn ein wenig. Doch anschließend lief´s rund bei der Festveranstaltung anlässlich des "25. Stadtbezirksfestes GE-Ost".

320 Bürger waren der Einladung der "Gemeinschaft zur Förderung von Kultur, Sport und Brauchtum im Stadtbezirk GE-Ost" (siehe unten: "Stichwort") in die Aula der Gerhart-Hauptmann-Realschule gefolgt. Nach der Begrüßung durch den amtierenden Vorsitzenden, Bezirksvorsteher, Hans-Werner Mach, würdigte Fritz Kowallek als Ehrenvorsitzender die Verdienste der "in Gelsenkirchen und NRW einmaligen Institution" (Mach).

"Unsere größte Leistung ist der Kampf gegen die Vereinsamung", so Kowallek. Die Gemeinschaft widersetze sich dem aktuellen "Ohne mich"-Trend der Gesellschaft und setze Zeichen gegen Gleichgültigkeit. Als großen Erfolg wertete Kowallek, dass die Forderung der Vereine nach einem festen Domizil Anfang der 80-er Jahre mit dem Bau der Gerhart-Hauptmann-Realschule samt Aula endlich erfüllt worden sei: "Es war ein beschwerlicher Weg", erinnerte sich der frühere Bezirksvorsteher.

Nach dem offiziellen Teil erhielt die Gemeinschaft "ein Gesicht": Zahlreiche Vereinsvertreter marschierten in farbenfrohen Trachten, Kluften und Uniformen in die Schulaula ein und nahmen auf der Bühne Aufstellung. Abgerundet wurde die Festveranstaltung durch einen Auftritt der Chorgemeinschaft Singphoniker; anschließend spielte die Gruppe "Faszination" zum Tanz auf. loc Auf ein Wort: Ungezogen



Ungezogen

Wie "eine große Familie" sei die Kulturgemeinschaft Ost, sagte Fritz Kowallek bei seiner Festrede zum "25. Stadtbezirksfest" in Erle. Die Stimme musste er etwas heben, denn im hinteren Teil der Schulaula sorgten Familienmitglieder für eine enorm störende Geräuschkulisse. Für einige Gäste der Festveranstaltung war es offenbar zu viel verlangt, die Gespräche während der (kurzen) Ansprache des Ehrenvorsitzenden zu unterbrechen. Erst als ein Besucher ob der Takt- und Respektlosigkeit ein treffendes "Unverschämtheit!" in den Saal brüllte, wurde es etwas leiser. Merke: Zu einer "großen Familie" gehören offenbar auch ungezogene Kinder. loc