Ritchi Mach macht uns den Marius

Stattlich, dunkelhaarig, gepflegter Schnäuzer - so rein äußerlich hat Ritchi Mach (36) mit Marius Müller-Westernhagen aber auch gar nichts gemein.

Doch wenn der Erler auf der Bühne "Seeexy, ich würde alles für dich tun" knödelt, gibt´s keinen Zweifel: Diese Kopie ist gut. Verdammt gut!

Seit elf Jahren haut Mach mit der Westernhagen Cover-Band Marius-Klassiker in die Kolonne. Die Anfänge liegen noch weiter zurück: "1982 habe ich beim Jekami-Abend im Erler ,Old Henry´ als Marius-Imititator immer den ersten Platz gemacht", erinnert er sich.

Als er mit seiner Tanz-Band "Jet Set" 1990 in die Sackgasse geraten war, habe er sich an die "Old Henry"-Zeiten erinnert und den musikalischen Mitstreitern vorgeschlagen: "Lasst uns auf diese Schiene gehen."

Gesagt, getan. Und weil MMW Ende der 80er vom schnöden Deutsch-Rocker zum Stadion füllenden Megastar aufgestiegen war, ließ auch der Erfolg nicht auf sich warten. "So rein spieltechnisch", gesteht Mach, "gibt es viele Bands, die besser sind als wir." Doch wichtiger als die handwerklichen Fähigkeiten sei die Ausstrahlung, sei das, was von der Bühne rüberkommt.

Vom echten "Marius-Feeling" der Band konnten sich zuletzt die Besucher von gleich fünf (!) Großveranstaltungen in Gelsenkirchen überzeugen. Und auch über die Stadtgrenzen hinaus sei die Erler Formation ein gern gesehener Gast, sagt der selbstständige Licht- und Tontechniker und verweist auf Auftritte von der Nordseeküste bis zum Bodensee.

Marius? Findet Mach natürlich gut: "Ich habe ihn bereits Anfang der 80er Jahre in der Gladbecker Gesamtschule live vor 400 Leuten gesehen." Doch die Favoriten des Bruders von Bezirksvorsteher Hans-Werner Mach heißen anders: Eagles, Clapton, die Stones.

Dass sich Marius sowohl auf CD als auch live rar macht, sei ein Vorteil für die Coverband: "Dadurch wird die Musik noch gefragter." Und die Rockröhre von Ritchi Mach noch mehr strapaziert: Wie Marius zu singen, das sei nicht so einfach. "Man muss die Stimmbänder sehr überziehen."

25 Songs umfasst das Repertoire. Ritchis Lieblingssong? "Wieder hier." Die Zahl der Auftritte kann er nicht mehr zählen, doch ein "Lieblingskonzert" gibt es sehr wohl: Das jährliche Heimspiel in der Gerhart-Hauptmann-Realschule.

Heute ist es wieder so weit (20.30 Uhr; Restkarten an der Abendkasse). Und wenn Ritchi Mach hier, in seinem Revier "Seeexy, ich würde alles für dich tun" knödelt, dann wissen die 600 Besucher: Diese Kopie ist gut. Verdammt gut! loc