| Als die Zechenbahn die Fußballtribüne ersetzte Erle: Historischer Rundgang durch das Forsthausviertel Erle hat Geschichte, aber vor allem hat Erle viele Geschichten, scherzte Kurt Dzikus zu Beginn des historischen Rundgangs durch den Erler Süden, der den Auftakt zum Stadtbezirksfest bildete. Einige dieser Geschichten gab Dzikus dann auch zum Besten auf dem Weg vom Forsthaus bis zur Kirche St. Bonifatius. Ein großer Teil der Erler Geschichte, die über 1200 Jahre alt, liegt allerdings im Dunkel. Interessant wird es erst mit Beginn der industriellen Revolution in der Mitte des 19. Jahrhunderts, berichtete Dzikus. Ungefähr aus dieser Zeit stammt auch das Erler Forsthaus, das mit 123 Jahren zu den ältesten Gebäuden im Ortsteil gehört. Was man sich heute kaum noch vorstellen kann: In den zwanziger Jahren befand sich am Forsthaus ein Vergnügungspark. Als alter Erler kommt man natürlich nicht am Forsthaus vorbei, ohne auf die Geschichte des Fußballvereins Erle 08 einzugehen. In den zwanziger Jahren war noch nicht so klar, ob Erle 08 oder Schalke 04 die bessere Mannschaft aus Gelsenkirchen war, erzählte Dzikus. Immerhin spielten die Erler in den Zwanzigern und Dreißigern in der damals höchsten Liga zusammen mit Kuzorra, Szepan & Co. Sehr lebendig wusste Dzikus von den Spielen des SV Erle 08 zu berichten. Neben dem Platz verlief eine Bahnlinie, und wenn am Sonntag gespielt wurde, hielt immer eine Zechenbahn, auf der die Kumpel, die gerade arbeiten mussten, saßen und sich das Spiel ansahen. Weiter ging es beim Spaziergang durch das Forsthausviertel, das noch heute durch seine Gartenstadt-Architektur beeindruckt. Angelegt wurde die Siedlung für Bergleute, die auf den umliegenden Zechen arbeiteten. Einige Straßen wie etwa die Franzisstraße oder die Ilsestraße sind nach den Kindern der Bergdirektoren benannt. Über die Hermannstraße und Auguststraße ging es dann zur Bonifatluskirche, wo der Rundgang nach fast zwei Stunden bei Kaffee und Kuchen ausklang. -mh |
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