Auch das Publikum macht gern mit
Mit "Bandbreite" benannten die Gelsenkirchener Swingfoniker ihr Konzert im Erich-Kästner-Haus Erle sehr treffend. Sie feierten damit noch einmal ihr zehnjähriges Bestehen in jener Umgebung, in der ihre Wurzeln liegen.
Lutz Peller und sein Vokalensemble verfolgen das Ziel stilistisch umfassenden Chorsingens in zweifacher Hinsicht: Sowohl inhaltlich als auch historisch überbrücken sie unvereinbar scheinende Gebiete von a cappella gesetzten geistlichen wie weltlichen Chorsätzen der Musikgeschichte mit durchschlagenden Erfolgen gegenwartsnaher Kompositionen aus der unterhaltenden Branche. Auf beiden Ebenen schauen sie nur auf gediegene Qualitäten und bringen somit solche untauglichen Unterscheidungen ins Gleichgewicht.
Die Swingfoniker blickten auf zehn Jahre Proben- und Konzerttätigkeiten zurück. Sie gruben deshalb zum Einstieg aus dem ersten Probenplan Hans Leo Haßlers "Tanzen und Springen" aus. Schwerpunkt der üppig ausgestatteten Vortragsfolge waren Songs aus dem englischsprachigen Raum. Spirituals, Gospels, Traditionals und immergrüne Hits zählten dazu, a cappella oder dezent mit Keyboard begleitet.
Jedem dieser Lieder gaben sie eine individuelle Interpretation mit auf den Weg durch anspruchsvolle Partituren. Etliche Solisten aus den Reihen des inzwischen 50-köpfigen Chores mit zwölf starteten sie in die erste Probe sorgten mit den übrigen als Backgroundchor für ein abwechslungsreiches Klangbild. Das begeisterte Publikum ließ sich offenbar nur zu gern zum Mitmachen animieren.
Unermüdlicher Antreiber ist Lutz Peller, der im Laufe der Jahre eine chorsängerisch gut geschulte Gemeinschaft geformt hat, die auch schwierige Aufgaben zu meistern versteht. -MB
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